Konzert

Beziehung zwischen Vortragenden und Rezipienten im Konzert

"Orchester haben keinen eigenen Klang; den macht der Dirigent", sagte einmal ganz unbescheiden der berühmte österreichische Dirigent Herbert von Karajan (1908 bis 1989). Ganz unrecht hat er natürlich nicht und so machte er sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder gemeinsam mit seinen Musikern buchstäblich an das Werk, um am Ende einer langen Probenzeit ein in sich stimmiges und rundes Konzert zu geben.

Ein Konzert hat laut Definition zweierlei Bedeutung. Zum einen ist die Werkgattung (concerto) gemeint, zum anderen die Veranstaltung (concert). Bei letzteren gehen Vortragende und Publikum für die Dauer des Konzertes eine Beziehung ein. Schon in früheren Jahrhunderten hatten die Menschen das Bedürfnis, sich zu Konzerten in einem Raum zusammenzufinden und andächtig der Musik zu lauschen, natürlich auch in Ermangelung der Möglichkeit, dies zu Hause zu tun. Es wurden Theater errichtet, in denen unter anderem Veranstaltungen dieser Art durchgeführt werden konnten.

Auch in den folgenden Jahrhunderten spielte die Musik in der Öffentlichkeit eine große Rolle und hatte je nach Sicht und Überzeugung eine spirituelle, religiöse oder unterhaltende Bedeutung. Dabei handelte es sich jedoch nicht um Konzerte im heutigen Sinne, diese kamen erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Mode.

Heute lassen sich insbesondere klassische von modernen Konzerten unterscheiden. Während letztere von bekannten Popgruppen, Sängern etc. zumeist in großen Hallen oder Stadien veranstaltet werden, wo Tausende von Fans Platz finden mitsingen und tanzen, stehen für klassische Konzerte meist Konzertsäle, Theater und Kirchen zur Verfügung, die Rezipienten verhalten sich eher still. Von einem Orchester oder von einem Solisten sind Sinfonien, Klavierkonzerte, Messen, Sonaten, Motetten, Oratorien etc. zu hören.